Wikipedia beschreibt einen Snob folgendermaßen:
Der aus dem Englischen eingedeutschte Begriff Snob bezeichnet eine Person, die durch ihr Verhalten und/oder ihre Aussagen offensiv Reichtum und gesellschaftliche Überlegenheit gegenüber Personen vermeintlich oder tatsächlich niedrigeren Ranges zur Schau stellt.
Der Vorwurf, ein Snob zu sein, gilt Personen mit einer besonderen Form der Aroganz.
In meinem Umfeld, also alle Jugendliche Wiens, trägt das Wort Snob allerdings eine andere Bedeutung und bezieht sich weitgehend auf den Lebensstil einer Person. Dabei ist erwähnenswert, dass sich diese Menschen dem „Snobtum“ zugehörig fühlen und dieses auf verschiedener Ebene demonstrieren. Reichtum, Macht und elitäre Denkweise gehört zum Repertoire und drücken sich in teuren Markenklamotten, Autos und Schulen aus. Es sei an dieser Stelle jedoch erwähnt, dass nicht jeder Jugendliche mit viel Geld ein Snob ist, auch wenn eine gewisse Tendenz gegeben ist. Eher bekennt man sich bewusst zu dieser Gruppe, indem man ihren Lebensstil frönt. Deshalb muss ein Snob nicht einmal zwangsläufig reich sein.
Um die Lebensumstände eines urtypischen Vertreters dieser Kategorie zu beschreiben: Der Snob stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und ist meist der Oberschicht oder der oberen Mittelschicht zugehörig: Die Eltern sind Rechtsanwälte, Ärzte, Unternehmer und entstammen konservativen Familien. Der Wohnort ist meist der 19. Bezirk, ein nobles Villenareal am Rande Wiens, das Auto ist, neben den klassischen Vertretern wie BMW, Audi und Mercedes, oftmals ein VW oder Volvo, was Bodenständigkeit und „Klasse“ suggerieren soll. Schließlich gehört das familiäre Umfeld des Snobs zum „Old Money“, deshalb kann dieser seine Vorfahren Jahrhunderte zurück verfolgen und würde heute noch einen Titel wie Freiherr oder Graf tragen.
Die Schule, die der Snob besucht, ist meist eine private wie das Theresianum oder die Vienna International School. Durch die hohen monatlichen Kosten von 500-1000€ im Monat wird sichergestellt, dass die Jugendlichen unter ihresgleichen sind. Allerdings ist die schulische Leistung meist mittelmäßig, da das Clubbing bereits früh an Priorität gewinnt. Die typischen Clubs sind die Babenberger Passage, der Volksgarten und der Phoenix Club, wo 15€ Eintritt und 10€ pro Cocktail keine Seltenheit sind.
Nachdem der Snob die Schule verlassen hat, beginnt er ein Studium an der WU Wien, meistens handelt es sich um BWL, da kein ausreichendes Interesse an bestimmten Kursen vorliegt. Dies ist allerdings weniger ein Problem, da einerseits das Unternehmen, die Praxis oder die Kanzlei der Eltern übernommen werden kann, andererseits ist ein Netzwerk vorhanden, dass den Berufseinstieg in jedem Fall ermöglicht.
Nachdem ich hier einen kurzen Abriss geliefert habe, werde ich in den nächsten Artikeln dem modischen Aspekt des Snobtums widmen.

